Ruegen im Herbst - ein Film wird gedreht: ein groteskes Dreiecks-Drama im Kostuem der "Goldenen Zwanziger" - ein reifer Liebhaber zwischen Mutter und Tochter. Doch der populaere Hauptdarsteller Otto (Henry Huebchen) hat Alters- und Alkohol-Probleme. Mit einem zweiten Schauspieler (Markus Hering) werden deshalb alle Szenen doppelt gedreht - einmal um Otto anzuspornen, andererseits um die Produktion bei einem endgueltigen Ausfall Ottos abzusichern. Wie erhofft, dreht der eitle Otto nun maechtig auf, zumal sein Doppelgaenger ihm auch im Alltag in die Quere kommt : bei seiner Partnerin und Ex-Geliebten Bettina (Corinna Harfouch) wie auch bei seiner neuen Flamme, der jungen Schauspielerin Heike (Valery Tscheplanowa). Natuerlich triumphiert am Ende des Films im Film der vitale Otto, aber privat bleibt er nach Schluss der Dreharbeiten allein am herbstlichen Strand zurueck...
Eine mal turbulente, mal melancholische Abfolge von Szenen am Set, unterlegt mit einigen ironischen Dialogen und huebschen Bonmots (Drehbuch Wolfgang Koolhaase). Doch der Film verzettelt sich allzuschnell in zuviele Nebenhandlungen, vor allem Liebesabenteuer fast der gesamten Crew, ohne dass dadurch ein bestimmtes soziales Milieu gezeichnet oder einzelne Figuren schaerfer charakterisiert werden. Alles bleibt erwartbar, glatt und klischeehaft - ohne intellektuelle Schaerfe oder komoediantischen Biss. Einzig Henry Huebchen und Corinna Harfouch vermoegen aus dem ebenso netten wie harmlosen Filmchen ein paar komoediantische Funken zu schlagen - alte Theaterhasen, die elegant die Dialoge einer Screwball-Comedy zu pointieren wissen; die mit schoener Laessigkeit sich gegenseitig an die Wand zu spielen versuchen, und die raffiniert den Slapstick mit der melancholischen Traene verbinden. Alles Andere bleibt bemuehter Witz.

Foto/Verleih: Senator

zu sehen: Capitol; Cinema Paris; CinemaxX am Potsdamer Platz; CineStar Cubix am Alexanderplatz; Kulturbrauerei; Colosseum; Yorck u.a.